Lamtto Car Infotainment System im Test: Carplay mit Bonus fΓΌr uralte Autos
Auf den ersten Blick
Unsere Wertung
Pro
- Heller 11-Zoll-Bildschirm
- Vorinstallierte Apps
- Vier Optionen zur Soundausgabe
- Zwei unterschiedliche Methoden zur Montage zur Auswahl
- RΓΌckfahrkamera inklusive
- Carplay und Android Auto
- Kurze Responsezeiten
- Vorinstallierte Entertainment-Apps
- Fairer Preis
Kontra
- Findet nicht in jedem Cockpit ausreichend Platz
- Kamerainstallation erfordert Basteleien
- Vorinstallierte Entertainment-Apps kΓΆnnten den Fahrer unnΓΆtig ablenken
- Touchbedienung auch wΓ€hrend der Fahrt mΓΆglich
Fazit
Wer ein Γ€lteres Fahrzeug mit Carplay nachrΓΌsten will und ausreichend Platz im Cockpit hat, findet im Lamtto Car Infotainment System eine LΓΆsung mit einem groΓen Bildschirm, flexibler Audioausgabe und als Bonus einer RΓΌckfahrkamera. Entertainment im Auto ist aber immer mit Vorsicht zu genieΓen, ob es nun vom iPhone oder einem grΓΆΓeren Bildschirm kommt. Der Hersteller gibt auf seiner Website einen Rabatt von 20 Prozent mit dem Code vipcar.
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Aktuell bester Preis: Car Infotainment System
Von Carplay war ich anfΓ€nglich nur wenig ΓΌberzeugt, auch wegen der schlechten VerfΓΌgbarkeit, nur in neueren Autos hierzulande exotischer Marken. Wenigstens das hat sich geΓ€ndert, kaum ein Neuwagen rollt noch ohne Carplay-AnschlussmΓΆglichkeiten vom Band.
Seitdem ich Carplay im in der Werkstatt nachgerΓΌsteten Zweitwagen ausprobiert habe, sehe ich Carplay mit mehr Wohlwollen, im Gegenteil, ich mΓΆchte es kaum noch missen. Bisher hatte ich in meinem Renault Kangoo aus dem Jahr 2008 aber allenfalls eine Halterung montiert, an der ich das iPhone magnetisch anheften kann.
Ist nicht das Gleiche, dient aber der Orientierung in unbekanntem GelΓ€nde oder der Information, wie lange denn der Stau noch ist. Seitdem wir das Autoradio mit einem Bluetooth-EmpfΓ€nger nachgerΓΌstet haben, der die nicht benutzte Schnittstelle des CD-Wechslers nutzt (das Auto ist wirklich alt!), kann ich ΓΌber die klanglich ΓΌberzeugende Anlage im Auto auch Musik von meinem iPhone hΓΆren.
Und hier kommt nun das Lamtto-System zum Zuge: Denn anders als andere NachrΓΌstsysteme verbindet es sich mit der Autostereoanlage nicht nur ΓΌber Aux oder UKW, sondern auch via Bluetooth. Einen 3,5-mm-Klinkeneingang hat mein Auto nicht und FM-Transmitter funktionieren allenfalls nur lokal, wo man an den RΓ€ndern der BΓ€nder immer noch eine freie Frequenz findet. Unterwegs sind FM-Transmitter meist nutzlos, fΓΌr jedes Sendegebiet mΓΌsste man die Frequenz nachjustieren, was man wΓ€hrend der Fahrt tunlichst unterlassen soll.
Mehr als nur ein Carplay-Bildschirm
Drei weitere interessante Features bringt das Lamtto mit: Da sind zum einen eine RΓΌckfahrkamera (von der mein altes Auto nicht einmal zu trΓ€umen wagte), der hochauflΓΆsende 11-Zoll-Bildschirm und die vorinstallierten Entertainment-Apps.
Letztere will ich hier nur erwΓ€hnen, ohne sie nΓ€her auszuprobieren. Denn wΓ€hrend der Fahrt sind sie fΓΌr den Fahrer tabu, und selbst wenn nur der Beifahrer oder die Beifahrerin sich durch Tiktok wischt, in Youtube vorbeischaut oder Netflix glotzt, stΓΆrt das vorn ungemein und erhΓΆht das Unfallrisiko.
Anders ist es natΓΌrlich auf dem Parkplatz, aber auch nur fΓΌr die Kraftfahrer interessant, die lΓ€nger pausieren wollen oder mΓΌssen und deren Autobatterie ausreichend Ladung zur VerfΓΌgung stellt. FΓΌr einen fast 20 Jahre alten Verbrenner der unteren Mittelklasse also nicht besonders nΓΌtzlich, fΓΌr Elektrofahrzeuge oder LKWs natΓΌrlich schon.
Lamtto lΓ€sst der Nutzerschaft die Wahl, ob sie das 11-Zoll-Display auf das Armaturenbrett kleben oder mit einem Saugnapf in die Windschutzscheibe hΓ€ngen. Ich entscheide mich fΓΌr den Saugnapf βΒ was die LΓΆsung zwar flexibler, weil wieder entfernbar macht, mir aber das Sichtfeld ein wenig einschrΓ€nkt. Man kΓΆnnte darΓΌber streiten, ob die Sichtbehinderung hier relevant ist oder man im wahrsten Sinne des Wortes darΓΌber hinwegsehen kann. Auf Dauer sollte ich mir aber einen besseren Platz suchen.
Schwenke ich den Bildschirm deutlich tiefer oder montiere ich ihn auf die AblageflΓ€che vor dem Radio, verliere ich den Blick darauf. Mit dem StandfuΓ auf die Beifahrerseite zu kleben, wΓ€re wegen des Airbags eine eher schlechte Idee. Ich finde schon noch den richtigen Platz.

Der Bildschirm ist schΓΆn groΓ, kann aber im Sichtfeld ein wenig stΓΆren.
Macwelt
Die Einrichtung ist vΓΆllig unkompliziert: einschalten, mit dem iPhone verbinden, Carplay starten, fertig. Leichte Zweifel, ob die ledigliche drahtlose Verbindung wirklich eine so kluge Idee ist, weil das iPhone unterwegs ja nicht lΓ€dt, erstickt der in den ZigarettenanzΓΌnder passende Stecker des Car-Entertainment-Systems sofort. In diesen ist noch eine USB-A-Buchse eingelassen, ΓΌber die auch das iPhone wΓ€hrend der Fahrt Strom bekommtΒ β zur Not hΓ€tte ich noch eine zweite Autosteckdose mittig vor der RΓΌckbank gehabt.

Zum Vergleich: weniger Platz auf dem Bildschirm im Mazda 2, aber weniger SichteinschrΓ€nkungen.
Macwelt
Bei der Bedienung des Touchscreens βΒ der auch wΓ€hrend der Fahrt auf Eingaben reagiert, anders als integrierte Carplay-SystemeΒ β stelle ich fest, dass die Befestigung per Saugnapf nur suboptimal ist, zu weit gibt der Bildschirm bei BerΓΌhrung immer nach. Der StandfuΓ wΓ€re die bessere LΓΆsung, aber wohin damit? Das ist aber ein Problem des Fahrzeugs und nicht des NachrΓΌstkits. Immerhin ist dank der Bluetooth-Anbindung die LautstΓ€rkenregelung vom Lenkrad aus mΓΆglich. Und natΓΌrlich hΓΆrt das angeschlossene iPhone auf Siri.
FΓΌr freien Blick nach hinten Fummelei vonnΓΆten
Kommen wir aber zu einem weiteren Vorteil neben der Bluetooth-Anbindung, die mein Fahrzeug auf ein neues Niveau heben wΓΌrde: der RΓΌckfahrkamera. Diese verbindet man vernΓΌnftigerweise nicht drahtlos, sondern per Kabel mit dem Lamtto-Display. Der Hersteller empfiehlt, die Kamera an oder besser ΓΌber dem Nummernschild zu montieren, meint damit vor allem eine zentrale Ausrichtung am Heck, in BodennΓ€he. Die Verkabelung soll ΓΌber die Regenrinne auf der Beifahrerseite geschehen. Das in das Display eingesteckte dreipolige Aux-Kabel verlΓ€uft dann durch das Seitenfenster, das man somit nicht wieder vollstΓ€ndig hochfahren kΓΆnnte, ohne dass das Kabel auf Dauer Schaden nimmt.
Was ich mich hinsichtlich der RΓΌckfahrkamera gefragt habe: Deren Clou ist bekanntlich, automatisch anzuspringen, wenn das Auto zurΓΌcksetzt. Das ist hier mit einem weiteren Kabel gelΓΆst, das man mit dem Pluspol der RΓΌckleuchte verbinden soll. Wenn diese aufleuchtet, bekommt das Display ein Signal und zeigt das Bild der Kamera.
Das ist mir fΓΌrβs Erste ein wenig zu viel Fummelei, lasse ich lieber einen Profi erledigen β der wird mir dann auch bei der korrekten Platzierung des Displays im Auto helfen.
Die RΓΌckfahrkamera probiere ich dennoch aus, sie bringt ihr Bild ΓΌber eine vorinstallierte App auf den SchirmΒ β funktioniert wunderbar.

Macwelt
In unseren Zweitwagen, einen Mazda 2, Baujahr 2016, habe ich Carplay nachrΓΌsten lassen. Vorteile: Ein 7-Zoll-Bildschirm war schon an der richtigen Stelle eingebaut und das per Kabel angeschlossene iPhone bekommt wΓ€hrend der Fahrt Energie. Nachteil: In einigen FΓ€llen klappte die Verbindung erst beim zweiten oder dritten Versuch, was manches Mal auch an den von mir gewΓ€hlten Sicherheitseinstellungen lag: Ich muss auf meinem iPhone jedes Mal die Nutzung eines externen USB-C-GerΓ€ts explizit freigeben.
Das Problem habe ich beim Lamtto nicht: In nur sehr kurzer Zeit nach dem Starten der ZΓΌndung ist das GerΓ€t betriebsbereit, hat Carplay gestartet, das iPhone gefunden und die Musik an der zuletzt gehΓΆrten Stelle wieder aufgenommen β so muss es sein.
Fazit
Das Lamtto Car Entertainment System rΓΌstet Γ€ltere Fahrzeuge mit Carplay nach und bietet noch zusΓ€tzlich eine RΓΌckfahrkamera an. Einer der groΓen Vorteile, das helle 11-Zoll-Display kann im Betrieb auch ein Nachteil sein, wenn man nicht die richtige Stelle zur Montage findet. Wenn Sie ein 11-Zoll-iPad haben, kΓΆnnen Sie in Ihrem Auto (im Stehen!) damit herumexperimentieren, ob das Display passen wΓΌrde und an welcher Stelle es nicht stΓΆrt.
Die vorinstallierten Entertainment-Apps wie Youtube, Netflix, Tiktok und Youtube Music sind fΓΌr diejenigen interessant, die lΓ€ngere Pausen (etwa ΓΌber Nacht) auf dem Parkplatz einlegen. Selbst im Stau und nur auf den Beifahrer oder die Passagiere auf den RΓΌcksitzen gerichtet, ist vom Videoschauen im Auto streng abzuraten.
Die Montage im Auto und die Einrichtung des GerΓ€ts sind gΓ€nzlich unproblematisch, wenn man den richtigen Platz auserkoren hat. Die Installation der RΓΌckfahrkamera verlangt nach geschickten HΓ€nden, wie sie Kfz-Mechatroniker haben.
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