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Lamtto Car Infotainment System im Test: Carplay mit Bonus für uralte Autos

2 August 2026 at 07:45

Auf den ersten Blick

Unsere Wertung

Pro

  • Heller 11-Zoll-Bildschirm
  • Vorinstallierte Apps
  • Vier Optionen zur Soundausgabe
  • Zwei unterschiedliche Methoden zur Montage zur Auswahl
  • Rückfahrkamera inklusive
  • Carplay und Android Auto
  • Kurze Responsezeiten
  • Vorinstallierte Entertainment-Apps
  • Fairer Preis

Kontra

  • Findet nicht in jedem Cockpit ausreichend Platz
  • Kamerainstallation erfordert Basteleien
  • Vorinstallierte Entertainment-Apps könnten den Fahrer unnötig ablenken
  • Touchbedienung auch während der Fahrt möglich

Fazit

Wer ein älteres Fahrzeug mit Carplay nachrüsten will und ausreichend Platz im Cockpit hat, findet im Lamtto Car Infotainment System eine Lösung mit einem großen Bildschirm, flexibler Audioausgabe und als Bonus einer Rückfahrkamera. Entertainment im Auto ist aber immer mit Vorsicht zu genießen, ob es nun vom iPhone oder einem größeren Bildschirm kommt. Der Hersteller gibt auf seiner Website einen Rabatt von 20 Prozent mit dem Code vipcar.

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Von Carplay war ich anfänglich nur wenig überzeugt, auch wegen der schlechten Verfügbarkeit, nur in neueren Autos hierzulande exotischer Marken. Wenigstens das hat sich geändert, kaum ein Neuwagen rollt noch ohne Carplay-Anschlussmöglichkeiten vom Band.

Seitdem ich Carplay im in der Werkstatt nachgerüsteten Zweitwagen ausprobiert habe, sehe ich Carplay mit mehr Wohlwollen, im Gegenteil, ich möchte es kaum noch missen. Bisher hatte ich in meinem Renault Kangoo aus dem Jahr 2008 aber allenfalls eine Halterung montiert, an der ich das iPhone magnetisch anheften kann.

Ist nicht das Gleiche, dient aber der Orientierung in unbekanntem Gelände oder der Information, wie lange denn der Stau noch ist. Seitdem wir das Autoradio mit einem Bluetooth-Empfänger nachgerüstet haben, der die nicht benutzte Schnittstelle des CD-Wechslers nutzt (das Auto ist wirklich alt!), kann ich über die klanglich überzeugende Anlage im Auto auch Musik von meinem iPhone hören.

Und hier kommt nun das Lamtto-System zum Zuge: Denn anders als andere Nachrüstsysteme verbindet es sich mit der Autostereoanlage nicht nur über Aux oder UKW, sondern auch via Bluetooth. Einen 3,5-mm-Klinkeneingang hat mein Auto nicht und FM-Transmitter funktionieren allenfalls nur lokal, wo man an den Rändern der Bänder immer noch eine freie Frequenz findet. Unterwegs sind FM-Transmitter meist nutzlos, für jedes Sendegebiet müsste man die Frequenz nachjustieren, was man während der Fahrt tunlichst unterlassen soll.

Mehr als nur ein Carplay-Bildschirm

Drei weitere interessante Features bringt das Lamtto mit: Da sind zum einen eine Rückfahrkamera (von der mein altes Auto nicht einmal zu träumen wagte), der hochauflösende 11-Zoll-Bildschirm und die vorinstallierten Entertainment-Apps.

Letztere will ich hier nur erwähnen, ohne sie näher auszuprobieren. Denn während der Fahrt sind sie für den Fahrer tabu, und selbst wenn nur der Beifahrer oder die Beifahrerin sich durch Tiktok wischt, in Youtube vorbeischaut oder Netflix glotzt, stört das vorn ungemein und erhöht das Unfallrisiko.

Anders ist es natürlich auf dem Parkplatz, aber auch nur für die Kraftfahrer interessant, die länger pausieren wollen oder müssen und deren Autobatterie ausreichend Ladung zur Verfügung stellt. Für einen fast 20 Jahre alten Verbrenner der unteren Mittelklasse also nicht besonders nützlich, für Elektrofahrzeuge oder LKWs natürlich schon.

Lamtto lässt der Nutzerschaft die Wahl, ob sie das 11-Zoll-Display auf das Armaturenbrett kleben oder mit einem Saugnapf in die Windschutzscheibe hängen. Ich entscheide mich für den Saugnapf – was die Lösung zwar flexibler, weil wieder entfernbar macht, mir aber das Sichtfeld ein wenig einschränkt. Man könnte darüber streiten, ob die Sichtbehinderung hier relevant ist oder man im wahrsten Sinne des Wortes darüber hinwegsehen kann. Auf Dauer sollte ich mir aber einen besseren Platz suchen.

Schwenke ich den Bildschirm deutlich tiefer oder montiere ich ihn auf die Ablagefläche vor dem Radio, verliere ich den Blick darauf. Mit dem Standfuß auf die Beifahrerseite zu kleben, wäre wegen des Airbags eine eher schlechte Idee. Ich finde schon noch den richtigen Platz.

Lamtto im Renault Kangoo

Der Bildschirm ist schön groß, kann aber im Sichtfeld ein wenig stören.

Macwelt

Die Einrichtung ist völlig unkompliziert: einschalten, mit dem iPhone verbinden, Carplay starten, fertig. Leichte Zweifel, ob die ledigliche drahtlose Verbindung wirklich eine so kluge Idee ist, weil das iPhone unterwegs ja nicht lädt, erstickt der in den Zigarettenanzünder passende Stecker des Car-Entertainment-Systems sofort. In diesen ist noch eine USB-A-Buchse eingelassen, über die auch das iPhone während der Fahrt Strom bekommt – zur Not hätte ich noch eine zweite Autosteckdose mittig vor der Rückbank gehabt.

Carplay Mazda 2

Zum Vergleich: weniger Platz auf dem Bildschirm im Mazda 2, aber weniger Sichteinschränkungen.

Macwelt

Bei der Bedienung des Touchscreens – der auch während der Fahrt auf Eingaben reagiert, anders als integrierte Carplay-Systeme – stelle ich fest, dass die Befestigung per Saugnapf nur suboptimal ist, zu weit gibt der Bildschirm bei Berührung immer nach. Der Standfuß wäre die bessere Lösung, aber wohin damit? Das ist aber ein Problem des Fahrzeugs und nicht des Nachrüstkits. Immerhin ist dank der Bluetooth-Anbindung die Lautstärkenregelung vom Lenkrad aus möglich. Und natürlich hört das angeschlossene iPhone auf Siri.

Für freien Blick nach hinten Fummelei vonnöten

Kommen wir aber zu einem weiteren Vorteil neben der Bluetooth-Anbindung, die mein Fahrzeug auf ein neues Niveau heben würde: der Rückfahrkamera. Diese verbindet man vernünftigerweise nicht drahtlos, sondern per Kabel mit dem Lamtto-Display. Der Hersteller empfiehlt, die Kamera an oder besser über dem Nummernschild zu montieren, meint damit vor allem eine zentrale Ausrichtung am Heck, in Bodennähe. Die Verkabelung soll über die Regenrinne auf der Beifahrerseite geschehen. Das in das Display eingesteckte dreipolige Aux-Kabel verläuft dann durch das Seitenfenster, das man somit nicht wieder vollständig hochfahren könnte, ohne dass das Kabel auf Dauer Schaden nimmt.

Was ich mich hinsichtlich der Rückfahrkamera gefragt habe: Deren Clou ist bekanntlich, automatisch anzuspringen, wenn das Auto zurücksetzt. Das ist hier mit einem weiteren Kabel gelöst, das man mit dem Pluspol der Rückleuchte verbinden soll. Wenn diese aufleuchtet, bekommt das Display ein Signal und zeigt das Bild der Kamera.

Das ist mir für’s Erste ein wenig zu viel Fummelei, lasse ich lieber einen Profi erledigen – der wird mir dann auch bei der korrekten Platzierung des Displays im Auto helfen.

Die Rückfahrkamera probiere ich dennoch aus, sie bringt ihr Bild über eine vorinstallierte App auf den Schirm – funktioniert wunderbar.

Lamtto Rückfahrkamera
Hier ist die Kamera natürlich falsch platziert und würde allenfalls den rückwärts fahrenden Fahrer abbilden. Das rote Kabel wird mit der Rückleuchte verbunden.

Macwelt

In unseren Zweitwagen, einen Mazda 2, Baujahr 2016, habe ich Carplay nachrüsten lassen. Vorteile: Ein 7-Zoll-Bildschirm war schon an der richtigen Stelle eingebaut und das per Kabel angeschlossene iPhone bekommt während der Fahrt Energie. Nachteil: In einigen Fällen klappte die Verbindung erst beim zweiten oder dritten Versuch, was manches Mal auch an den von mir gewählten Sicherheitseinstellungen lag: Ich muss auf meinem iPhone jedes Mal die Nutzung eines externen USB-C-Geräts explizit freigeben.

Das Problem habe ich beim Lamtto nicht: In nur sehr kurzer Zeit nach dem Starten der Zündung ist das Gerät betriebsbereit, hat Carplay gestartet, das iPhone gefunden und die Musik an der zuletzt gehörten Stelle wieder aufgenommen – so muss es sein.

Fazit

Das Lamtto Car Entertainment System rüstet ältere Fahrzeuge mit Carplay nach und bietet noch zusätzlich eine Rückfahrkamera an. Einer der großen Vorteile, das helle 11-Zoll-Display kann im Betrieb auch ein Nachteil sein, wenn man nicht die richtige Stelle zur Montage findet. Wenn Sie ein 11-Zoll-iPad haben, können Sie in Ihrem Auto (im Stehen!) damit herumexperimentieren, ob das Display passen würde und an welcher Stelle es nicht stört.

Die vorinstallierten Entertainment-Apps wie Youtube, Netflix, Tiktok und Youtube Music sind für diejenigen interessant, die längere Pausen (etwa über Nacht) auf dem Parkplatz einlegen. Selbst im Stau und nur auf den Beifahrer oder die Passagiere auf den Rücksitzen gerichtet, ist vom Videoschauen im Auto streng abzuraten.

Die Montage im Auto und die Einrichtung des Geräts sind gänzlich unproblematisch, wenn man den richtigen Platz auserkoren hat. Die Installation der Rückfahrkamera verlangt nach geschickten Händen, wie sie Kfz-Mechatroniker haben.

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